Zum ersten Mal taucht der Hengstbacherhof als "Dorf Gibinezbach" in Urkunden aus den Jahren 872 und 1144 auf, wo ihn Herzog Nanthari dem neuen Kloster Münsterdreisen als "Außenstelle" zuweist. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Hof des öfteren seine Besitzer und wird am 22.Juli 1746 von Carl Joseph Freiherr von Boos v. Waldeck und Montfort an die "Wohlgeborene Freyfrau Agnes Johanetta v. Geispitzheim für 7500 Gulden rheinischer Währung verkauft.
Mit Wirksamkeit des Kaufes war der Hengstbacherhof als "Allodialgut" keiner Lokalherrschaft untertan.
Das wussten auch die Ortsgewaltigen des nahe gelegenen falkensteinischen Dorfes St. Alban (Volksmund: Delben), welche versuchten, die Hofbauern mit unrechtmäßigen Steuern usw. zu schikanieren.
Darauf wandte sich der 2. Sohn der Freyfrau, der preußischer Offizier war, direkt an seinen obersten Kriegsherr, den König Friedrich II (der alte Fritz). Da die Grafschaft Falkenstein zu dieser Zeit österreichisch war, intervenierte der Preußenkönig direkt beim Kaiser in Wien. Die Rechtspositionen des Hengstbacherhofes wurden zur Staatsaffaire. Nicht weniger als 4 Dekrete erließ der König in Sachen Hengstbacherhof contra Gemeinde St. Alban. Die Streitereien nahmen auch später kein Ende, sodass das Hofgut schließlich an die Reichsgrafschaft Falkenstein verkauft wurde.
In einem Erbbestandsbrief aus dem Jahre 1761 wurden die Bauern Schneider, Steitz und Bauer als sogenannte Erbbeständer des "Hoff Hengsbach" aufgeführt.
In einer Urkunde aus dem Jahre 1754 ist der Name "Heinsbacherhof" urkundlich nachgewiesen und noch heute wird er von den Einheimischen als "Die Heinschbach" bezeichnet.
Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Pfalz unter französische Herrschaft gestellt wird, werden die Besitzungen der Adeligen zu Staatseigentum erklärt. Die Verwaltung wird neu geordnet und der Hengstbacherhof geht 1798 an die Mairie Gaugrehweiler über und wird günstig an die Erbbeständer verkauft.
So wurden die Hofbauern Johann Georg Steitz, genannt "Hannjeri" und seine Frau Anna-Lies freie Bauern auf eigenen Land.
Doch dies war freilich nur die eine Seite, denn die Herrschaft der Franzosen brachte andere Probleme mit sich:
Marodierende Soldaten suchten, oft im Schutz der Nacht - die Bauern auf ihren einsamen Höfen heim. Aber auch Räuberbanden nutzten die Gunst der Stunde, allen voran im Hunsrück und in der Nordpfalz der gefürchtete Johannes Bückler, genannt "Schinderhannes" mit seiner Bande.

Zwei Raubüberfälle sind vom Hengstbacherhof überliefert: Beim ersten im Herbst des Jahres 1799 hat es Hannjeri und seine Familie hart erwischt. Hannjeri wurde auf dem Weg zum Markt nach Bad Kreuznach überfallen, seine Waren und ein Ochse gestohlen und der zweite Ochse halbtot geschlagen. Als er zwar stark gerupft, aber mit dem Leben davon gekommen, nach Hause kam, saß Anna-Lies heulend vor der Tür "Die Raubrittre sin kumm un hunn uns alles genumm, was noch zum Esse im Haus war, all's Vieh, die Hinkel un alles. Nix hunn se iwwrig geloss', un die Kinner hunn Hunger!". Die beiden konnten sich und ihre Kinder danach nur über die Not retten, weil unweit des Hauses auf einem Acker ein lästiges Unkraut wuchs, "Erdnuß" genannt, ein Zwiebel- oder Knollengewächs, von dem sie sich einige Tage lang nach dem Überfall ernährten. Seitdem sei es ein ungeschriebenes Gesetz, dass bei allen Erbteilungen dieser Acker beim Haus bleiben muss.
Eines Tages, Hannjeri war wieder einmal auf dem Weg zum Markt, vernahm Anna-Lies, allein im Haus, die wohlbekannten Geräusche, das böse Lachen der "Raubrittre" und erkannte sofort, dass Widerstand zwecklos war. Sie zerrte den "Latwercheimer" aus der Vorratsstube, griff mit den Armen hinein und verspritzte einen Teil des Inhalts im ganzen Haus, schmiss ein paar von den ältesten trocknen Würstchen dazwischen, schnitt ein altes Kopfkissen auf und ließ die Federn durchs Haus stieben, stürzte Stühle und Tische um und riss die wertlosesten Schubladen auf und machte sich mit Putzlappen und Besen wie von Gram gebeugt an die Arbeit des Aufräumens. Der Trick gelang. Als der erste Räuber die Tür aufriss, sah er die Bescherung und schrie seinen Spießgesellen zu: " Los weg do, do sein jo noch annere".

Im Jahre 1813 wurde Napoleon mit seiner "großen Armee" geschlagen und flüchtete im Januar 1814 von Blücher verfolgt bei Kaub über den Rhein. Dahinter folgten Reiterscharen, an die im Siegestaumel keiner gedacht hatte, und die neben dem Winter die eigentlichen Bezwinger des größenwahnsinnigen Korsen waren - die Kosaken. Ihre schrecklichen "Urräh - Kussäh" - Rufe hat Hanjeri sein Leben lang nicht vergessen. Die Kosaken lagerten mit ihren kleinen, flinken Pferden auf der Anhöhe zwischen Hengstbacherhof und St. Alban und erzwangen sich bei den Hengstbacher Bauern die Marschverpflegung für sich und ihre Tiere.

Hannjeri's Sohn Johannes schloss sich im Jahr 1848 den Badisch-Pfälzischen Freischärlern an. Den Anführern kam der einsam gelegene Hengstbacherhof zur Durchführung verschiedener konspirativer Treffen äußerst gelegen. In der Scheune im Stroh wurde eine regelrechte geheime Stube eingebaut, wo sich so mancher Freiheitskämpfer dem Zugriff der Polizei entziehen konnte. Auch Johannes musste sich für 3 Wochen in einem alten Wingertshäuschen verstecken.
So lebten Generationen der Familie Steitz auf dem Hengstbacherhof und so manche Anekdote wurde in einer Chronik von Wilma Klevinghaus überliefert.

Anfang der 80-ger Jahre des 20. Jahrhunderts musste die Landwirtschaft aufgegeben werden.
Im Dezember des Jahres 1992, also nach über 230 Jahren Familientradition, wurde der Hof von der Familie Steitz an Joachim Böttcher aus Bürstadt an der Bergstraße verkauft.

Joachim Böttcher führte umfangreiche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen durch und gründete 1994 den "Ökologischen Gewerbehof Nordpfalz". Mehrere kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe verbanden "Ökologie und Ökonomie unter einem gemeinsamen Dach". Im Jahre 1995 wurde der Hof unter Denkmalschutz gestellt und der gesamte Hengstbacherhof zur "Denkmalzone" ernannt. Seit dem Jahre 1998 gibt es mit dem Kneipen-Restaurant "Schinderhannes" sogar wieder eine Gaststätte auf dem Hengstbachhof, nachdem die Familie Wasem in den 60-ger Jahren ihren Gaststättenbetrieb einstellte.